Mobile Universität Berlin (MUB)

Die Mobile Universität Berlin ist ein Gemeinschaftsprojekt von Urbanophil, impulsbüro mikromakro und Stiftung Freizeit. Sie hat einen langen Denk- und Arbeitsprozess hinter sich gebracht, um jetzt Teil des BMW Guggenheim Labs zu sein und auch danach in den Berliner Stadtteilen unterwegs sein zu können. Die Entwurfs- und Bauabteilung der MUB – Ruben Jodar und Ines Aubert von der Stiftung Freizeit – haben eine Dokumentation des Baus angefertigt, die euch einen Einblick in die Entstehungsgeschichte geben soll. Die Bilder-Doku und ein Video könnt ihr hier finden. Unter diesen Links können die Blogbeiträge zur Mobilen Universität Berlin und zum BMW Guggenheim Lab vorgefiltert werden.

Im folgenden sollen die Idee der Mobilen Universität, das Konzept, die Grundsätze sowie die Konstruktion und der Bau erläutert werden: Als Kernelement der MUB wird ein multifunktionales Cargo-Bike genutzt, an das unterschiedliche Tools für Beteiligungsformate angedockt werden können. In der Transportbox, werden so beispielsweise Tische, Stühle und Schirme mitgeführt, um Menschen zum Aufenthalt und dann zur Mitwirkung anzuregen.

Zudem sind weitere Materialien wie Stifte, Papier, Klebeband, Kreidespray, etc. enthalten, die kreative Zugänge zu unterschiedlichen Projekten ermöglichen und über die Visualisierung Ideen Gestalt annehmen lassen. Ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bieten für jede ortsspezifische Situation und jedes Projekt das geeignete Setting: Treffpunkt, Arbeitsort, Freiluftkino, Stadtgalerie, Volksküche… Ihre Präsenz im Kiez macht neugierig und wird zum Anziehungspunkt.

Das Herzstück der Universität ist eine Werkbank, T-förmig ausklappbar, als Ort der Begegnung, Diskussion und Arbeit. Jeder Flügel kann einzeln montiert und auch vertikal als Schreibtafeln verwendet werden. Zwischen den Ständern gibt es die Möglichkeit eine Projektionsfläche zu spannen, um Bilder und Videos anzuzeigen. In der MUB Transportbox werden Hocker, Lautsprecher, Megaphone oder Sonnenschutz, sowie Werkzeuge und weitere Materialien wie Stifte, Klebeband, Kreide, etc. mitgeführt, die dazu dienen, den Anwohnern kreative Zugänge zu den unterschiedlichen Projekten zu ermöglichen. Mittels einer technischen Einheit (Internetsender) können Fotos, GPS-Tracks, Tweets, etc. jeweils ins Internet hochgeladen werden, so dass die Arbeitsprozesse über Google+ mitverfolgt und kommentiert werden können. Durch die Integration von digitalen und analogen Angeboten kann eine maximale Reichweite der Teilhabe erreicht werden und es ergeben sich neue Schnittstellen zwischen lokalen und internetbasierten Beteiligungsformaten.

Ideenskizze für die Funktionsweise der mobilen und variablen Einheiten.

Trotz seiner Autonomie, gehört es zum Wesen des MUB, sich mit der Umgebung zu verbinden, um sich räumlich und funktional zu erweitern. Die MUB ist dadurch auch eine mobile Plattform, die sich, je nach Außenbedingungen, verändern und editieren lässt.

Konzept

Was hat der Diskurs über Stadt und urbane Prozesse mit den Menschen zu tun, die davon betroffen sind? Welche Mitsprachemöglichkeiten hat jemand, der zwar Experte für seine eigene Lebensumwelt ist, aber die Sprache der Planung nicht versteht? Wo kann lokales Wissen einen Ort finden, an dem Talente aufgespürt, Fähigkeiten vermittelt und Können ausgebaut werden kann? Wo und wie soll die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden zukünftig praktiziert werden?

Die MUB bei der Vorstellung (Bild: Tobias Meier)

Dies sind nur einige der drängenden Fragen, denen sich die Mobile Universität Berlin (MUB) widmet und gleichzeitig ein Angebot eröffnet: Ein multifunktionales Lastenfahrrad, das für verschiedenste Ansprüche mit Bauteilen und Materialien ausgerüstet ist, ermöglicht durch Kompaktheit, Mobilität und Fexibilität in kurzer Zeit eine Lehr- und Lernsituation zu schaffen und somit das lokale Wissen, die Kompetenzen und Talente vor Ort zusammen zu führen. Es dient als mobile Plattform, mit der Stadträume entdeckt, bespielt und diskutiert werden können und bietet somit ein Forum für ein gemeinsames Lehren und Lernen. Durch den Austausch über die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse kann der Diskurs über Stadt und urbane Prozesse in den öffentlichen Räumen Berlins stattfinden und dort ausgehandelt werden, wo Prozesse sich abzeichnen oder die Klärung einer Fragestellung notwendig ist.

Eine digitale Einheit ermöglicht einen schnellen Zugriff auf das Internet, um diskursrelevante Aspekte zu recherchieren, digitale Lehrräume zu besetzen, sich mit anderen Experten zu vernetzen, aber auch um eigene Ideen und eigenes Wissen auf die Webseite der MUB hochzuladen. So bildet sich von mal zu mal ein sich stetig füllender Fundus an lokalem Expertenwissen, das über das Internet auch ausserhalb des lokalen Rahmens zur Verfügung steht.

Beteiligte, Partner und HelferInnen

Wird aus den ganzen Teilen jemals ein ganzes Teil?

Die Mobile Universität Berlin ist ein gemeinsames Projekt von drei Berliner Akteuren aus den Bereichen Stadtforschung, Stadtplanung, Architektur, Kunst, sowie urbaner Subkultur: mikromakro | Urbanophil | Stiftung Freizeit. Gemeinsam wurden schon mehrere Projekte realisiert.

mikromakro ist ein informeller Think Tank von Menschen aus verschiedensten Hintergründen. In wechselnder Besetzung nehmen Stadt- und RegionalplanerInnen, KünstlerInnen, SoziologInnEn, ÖkologInnEn, ÖkonomInnEn, Interessierte aus Rechtsbereichen, Verwaltung und Lehre am Austausch teil. Das leitende Hauptinteresse liegt bei allen in alternativen Methoden der Wahrnehmung, Lehr- und Lernmethoden im öffentlichen Raum und partizipative Methoden der Wissensvermittlung und der Kreativitätsförderung. mikromakro hat im Rahmen der Mobilen Universität Berlin das generelle Konzept einer Mobilen Universität beigesteuert und erarbeitet im folgenden ein didaktisches Konzept. Weitere Projekte sind die Rucksack- sowie die Hosentaschen-Universität und ein Konzept für ein räumliches Diskursmodell.

Idee und Konzeptualisierung:         Konzept & Umsetzung:

                                                                    URBANOPHIL - Netzwerk für urbane Kultur

 Entwurf & Bauliche Realisierung:

Kooperationspartner

An dieser Stelle wollen wir auch allen unseren Helfern danken, die uns begleitet und uns ihre Arbeitskraft und Resourcen zu Verfügung gestellt haben:

  • Alex Schäfer  – Umsetzung
  • Ralph Rau  und Matthias Schnauss (Moabiter Ratschlag) – Umbau des Fahrrads
  • Paul Lange – Transport und Hilfe beim Umbau
  • Ugur Yildirim – Prozessvideo
  • Andree Weissert – Ausleihe der Werkzeuge
  • Die BewohnerInnen von Kottbusser Damm 74 für ihre Gedult im Hof

Herzlichen Dank euch allen!

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